Asbesthaltige Speicheröfen

Elektro-Nachtspeicherheizgeräte waren lange Zeit die scheinbar ideale Ergänzung oder gar vollständige Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen. Keine Rohrleitungen, kein Kamin, keine Abgase. Ein ausreichend dimensionierter Stromanschluss genügte. Und alles war bestens!

Alles bestens?

Sicher nicht! Denn für die Herstellung der schweren, wärmespeichernden Speichersteine wurde vor allem in den vor 1977 hergestellten Geräten Asbest verwendet. Von diesem feuerfesten Bauhilfsstoff wusste man schon kurz nach seiner Entdeckung und Verwendung in den 50er Jahren, dass die feinen, nadelförmigen Mineralfasern als Staub in die Lunge gelangen und dort zu schwerwiegenden Erkrankungen führen können (Asbestose, Mesotheliom, Lungenkrebs). Diese Krankheiten waren von den Berufsgenossenschaften für bestimmte Berufsgruppen schon früh als berufsbedingte Erkrankungen anerkannt. Trotzdem dauerte es noch viele Jahre bis die Herstellung, Verwendung und Verarbeitung von Asbest vollständig verboten wurde (Vgl. Gefahrstoffverordnung, Anhang IV Nr. 1, Asbest).

Bei den Elektronachtspeicherheizsystemen schien die Verwendung von Asbest zunächst kein Problem zu sein. Erst als die ersten Geräte altershalber entsorgt werden mussten wurde erkannt, dass beim Zerlegen der Geräte asbesthaltige Stäube freigesetzt werden können. Auch bei Reparaturarbeiten von Nichtfachleuten können Asbeststaubabsonderungen entstehen. An die Entsorgung und Behandlung von asbesthaltigen Nachtspeicherheizungen werden demzufolge heute auch hohe fachliche Anforderungen gestellt (Technische Regeln für Gefahrstoffe TRGS 519).

Je älter asbesthaltige Nachtspeicherheizgeräte sind, desto größer ist auch das Risiko, dass Asbestfasern auch bei "Normalbetrieb" durch eingebaute Ventilatoren oder normale Raumluftbewegung in die Raumluft abgegeben werden können. Nach Empfehlungen des Bundesgesundheitsamtes sollten deshalb zur Vorsorge alte Speicherheizungen mit asbesthaltigen Bauteilen entfernt und entsorgt werden.

Enthaltene Schadstoffe

Ältere Elektro-Nachtspeicherheizgeräte sind massenmäßig etwa folgendermaßen zusammengesetzt:
Kernsteine (können gesundheitsschädliches Chromat enthalten) 71,5 %
Elektrische Teile (auch die können zum Teil gesundheitsschädliche Anteile, z.B. PCB-haltige Kapillarrohrregler zur Temperatursteuerung, enthalten) 2,5 %
Metalle 20 %
Dämmstoffe 3,5 %
Asbesthaltige Bauteile 2,5 %