Bauschutt

In den vergangenen 10 Jahren fielen in der Bundesrepublik Deutschland jährlich etwa 360 - 400.000 Tonnen Bauschutt an. Der Anteil, den Bauschutt am gesamten Abfallaufkommen hat, beträgt derzeit etwa 60 % (*).

Warum findet dann, im Vergleich zu anderen Abfallarten, relativ wenig öffentliche Diskussion über das Thema "Bauschutt" statt? Die Antwort ist vergleichsweise einfach:

"Schadstofffreier" Bauschutt kann durch Schreddern und Sortieren (Sieben) relativ leicht wiederverwertet werden. Recyclingmaterial aus der Bauschuttaufbereitung wird vor allem im Tief- und Straßenbau wieder eingesetzt. Dadurch nimmt Bauschutt nicht teuren Deponieraum und Verbrennungskapazitäten in Anspruch.

 

Das Hauptaugenmerk bei der Wiederverwertung von Bauschutt muss also vor allem bei der getrennten, sortenreinen und möglichst schadstoffarmen Erfassung bei Gebäudeabbrüchen und anderen Tätigkeiten liegen, bei denen Bauschutt anfällt. Durch fachkundige Erfassung möglicher Schadstoffquellen in Verbindung mit Materialanalysen kann und muss sichergestellt werden, dass Straßen und Tiefbauprojekte nicht "billige und stille Deponien" werden.

Schadstoffhaltiger Bauschutt

Für die Entsorgung von nicht verwertbarem Bauschutt im Einzugsbereich des ZAV sind zuständig:

Landkreis Reutlingen

Landratsamt Reutlingen sowie die Städte und Gemeinden mit erteilter Aufgabenübertragung.

Landkreis Tübingen

Landratsamt Tübingen und der ZAV

Selbstverpflichtung Bauwirtschaft

Die unter Kreislaufwirtschaftsträger Bau (KWTB) e.V. zusammengeschlossenen Verbände des Baugewerbes, der Architekten und Ingenieure, der Abbruchunternehmen und der Baustoffaufbereiter haben sich 1996 gegenüber dem Bundesumweltministerium verpflichtet, "die Menge der derzeit noch abgelagerten, verwertbaren Bauabfälle bis zum Jahre 2005 zu halbieren". 2001 sind auch der Bundesverband Baustoffe, Steine und Erden e.V. und 2002/3 der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie dem KWTB beigetreten.

Der KWTB hat im Oktober 2003 seinen 3. Monitoring-Bericht vorgelegt, in dem man zum Ergebnis kommt, dass für den Zeitraum 1999 bis 2000 ein Anstieg der erfassten Menge an Baureststoffen der Fraktionen Bauschutt, Straßenaufbruch und Baustellenabfälle von 77,1 Mio. t auf 88,6 Mio. t gegenüber dem Vorberichtszeitraum zu verzeichnen ist. Von dieser Menge angefallener Baureststoffe ( ohne Erden und Steine) wurden 61,4 Mio. t recycelt. Dies entspricht einer Recyclingquote von 69,3 % ( 1998: 55,2 Mio. t = 71,6%).

Quelle: www.bmu.de/abfallwirtschaft/doc/3166.php

© Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

Umgang, Trennung, Transport

Unbelasteter/sortenreiner Bauschutt liegt nur dann vor, wenn er vorsortiert ist; daher sollte er getrennt von allen anderen Baustellenabfällen gelagert und transportiert werden. Dies ist aber nur dann sinnvoll, wenn keine spätere Vermischung stattfindet. Asbesthaltige Bestandteile (Weich- und Hartasbest) dürfen nicht im Bauschutt enthalten sein. Sie müssen von Fachfirmen getrennt ausgebaut und entsorgt werden.

Verwertung

Unbelasteter Bauschutt kann als Recyclingbaustoff im Hoch-, Tief- und Straßenbau sowie bei Rekultivierungsmaßnahmen wiederverwendet werden. Für die Aufbereitung von Bauschutt kommen stationäre, mobile oder semimobile Aufbereitungsanlagen in Frage.

Anschriften regionaler Entsorgungs- und Verwertungsunternehmen und -einrichtungen finden Sie in der Rubrik Fachfirmen für Entsorgung und Verwertung

In der Regel können folgende unbelastete Materialien angenommen werden:

     

  • bituminöses Straßenaufbruchmaterial (Aufbruchschollen), frei von phenol- und teerhaltigen Substanzen

  • hydraulisch gebundenes Straßenaufbruchmaterial aus hydraulisch gebundenen Tragschichten, sowie Betontragschichten und Betonfahrbahnen

  • ungebundenes Straßenaufbruchmaterial aus Frostschutzschicht, sowie Kies- und Schottertragschicht

  • Beton und Stahlbeton

  • Kies, Schotter, Felsgestein und

  • Betonplatten, Pflaster- und Randsteine

  • sortenreines, verwertbares Bauschuttmaterial, z.B. Dachziegel, Mauerwerk, Bims-, Ziegel- und Betonsteine.

     

Näheres erfahren Sie direkt bei den im Adressverzeichnis genannten Unternehmen oder bei den kommunalen Abfallberatungseinrichtungen der Landkreise, der Städte und beim ZAV.