Bodenaushub

Als Boden- oder Erdaushub werden die natürlich anstehenden Locker- und Festgesteine sowie die anthropogenen Aufschüttungen aus diesen Materialien bezeichnet, die bei Baumaßnahmen ausgehoben oder abgetragen werden.

Nach der TA Siedlungsabfall soll Bodenaushub grundsätzlich verwertet und nicht abgelagert werden. Soweit nicht durch Verordnungen nach § 14 AbfG geregelt, soll Bodenaushub an der Anfallstelle getrennt erfasst und einer Verwertung zugeführt werden. Schadstoffbelastete Böden sind davon getrennt zu erfassen und einer weitergehenden Entsorgung zuzuführen.

Mit Boden ist sparsam und schonend umzugehen. Nach dem Bodenschutzgesetz (BodSchG) sind Böden vor Belastungen wie Verunreinigungen, Versiegelung, Bodenverdichtung und Bodenabtrag soweit wie möglich zu schützen.

In Baugebieten sollte zum Erhalt der Bodenqualität auf den schonenden Umgang mit Böden geachtet werden (Bebauungsplan). Ober- und Unterboden sind möglichst getrennt auszubauen und getrennt zu lagern.

Grundsätze des Bodenschutzes

Neben Wasser und Luft ist Boden eine unserer wesentlichen Lebensgrundlagen. Wir sind also dazu angehalten mit Boden sorgsam umzugehen. Das betrifft einerseits die Inanspruchnahme von Flächen, andererseits aber auch, dass wir in Böden keine Schadstoffe eintragen sollen. Böden, die durch Schadstoffe verunreinigt sind, sollen entweder durch entsprechende Maßnahmen vor einem Austrag dieser Schadstoffe in die Umwetl geschützt werden. Dort wo dies nicht möglich ist, sollen Böden mit geeigneten Verfahren behandelt werden.

Über die Grundzüge des Bodenschutzes informiert Sie sehr anschaulich die folgende Internetseite des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg:

www.umweltschutz-bw.de

Boden unterliegt per Definition des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes diesem Gesetz erst dann, wenn er "beweglich" ist, das heißt erst dann, wenn er ausgehoben oder transportiert wird. Das deutsche Abfallrecht kollidiert hier etwas mit dem Europäischen Recht. In seiner Entscheidung (C-1/03) definierte der Europäische Gerichtshof auch nicht ausgehobenes Erdreich als Abfall. Der komplexe Rechtsbereich soll und kann hier nicht erörtert werden, dennoch möchten wir auf die Interpretationsdebatte hinweisen.

Information

Weitere Informationen erhalten Sie bei den kommunalen Abfallberaterinnen und Abfallberatern in den Landkreisen, Städten, beim Regierungspräsidium Tübingen, Ref. Bodenschutz und Abfall, oder bei der Abfallberatung des ZAV.