Deponien

Bodenaushub- und Bauschuttdeponien

Landkreis Reutlingen

Die Deponien, ihre Einzugsgebiete, Öffnungszeiten und Gebühren können beim Landratsamt Reutlingen, Abfallberatung erfragt werden.

Telefon: 07121/480-3351

Fax: 07121/480-1831

e-mail: abfallwirtschaftsamt@kreis-reutlingen.de

Informationen hierzu gibt es auch auf der Internetseite des Landkreises Reutlingen unter www.kreis-reutlingen.de

 

Landkreis Tübingen

Der Zweckverband Abfallverwertung betreibt im Auftrag des Landkreises Tübingen die Bodenaushub- und Bauschuttdeponien.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Info-Erde-2017

Info verunreinigte Erde

Deponie Rottenburg “Steinbruch Baresel”

Die Erddeponie “Steinbruch Baresel” wird nur bei Bedarf geöffnet, d.h. bei einer
Baumaßnahme von mehr als 200 m³ pro Tag und einer rechtzeitigen Voranmeldung.
Voranmeldungen müssen mindestens 1 Woche vorher beim ZAV eingehen.

Bitte melden Sie sich hierzu telefonisch unter 07072/9188-50 oder schreiben Sie eine kurze E-Mail

Annahmebedingungen für Erdaushub aus dem Landkreis Tübingen

Ab dem 04.05.2015 werden sich die Anlieferungsbedingungen auf den Erdeponien im Landkreis Tübingen ändern:

1. Anmelwwwerfahren

Für Baumaßnahmen ab 100 to wird eine Voranmeldung eingeführt.

Bitte beachten Sie unser Infoblatt zum neuen Anmelwwwerfahren!

Anmeldung Boden Info

Hier erhalten Sie das Anmeldeformular

Anmeldung Bodenaushub

2. Keine Gebührenmarken

Es werden keine Gebührenmarken mehr angenommen (Erstattung bei Rückgabe).

Es wird jedoch wie bisher nach Nutzlast des Fahrzeugs abgerechnet.

Abrechnungsbasis sind die vom Deponiepersonal erstellten Lieferscheine.

Die Gebühr kann bar oder per SEPA Lastschriftmandat Selbstanlieferer Erde (DSVGO SEPA) entrichtet werden.

 

Abfalldeponien

Abfälle zur Deponierung

Die Deponie Dußlingen, Rahnsbachtal ist eine Depoie der Klasse II. Sämtliche Abfälle, die hier abgelagert werden, müssen die Zuordnungswerte (DK II) der Deponieverordnung einhalten. Dies ist vor der ersten Anlieferung durch eine grundlegende Charakterisierung nachzuweisen (§ 8 Deponieverordnung).

 Eine grundlegende Charakterisierung besteht aus folgenden Teilen:

-Deckblatt grundlegende Charakterisierung

-mindestens 2 vollständige Laboranalysen nach Deponieverordnung (DKII)

-Probenahmeprotokoll

-Fotodokumentation

-Probebegleitprotokoll

-Erklärung der Untersuchungsstelle

-Mustertabelle zur Bestimmung der Werte zur grundlegenden Charakterisierung

(vgl. LUBW Karlsruhe, “Handlungshilfe Neue Deponieverordnung”)

Anhand der Laborwerte wird überprüft, ob der Abfall die Anforderungen der Deponieverordnung einhätl und ob er homogen ist.

Hält der Abfall nach diesen Analysen die Zuordnungswerte ein und ist die Homogenität des Materials nachgewiesen, so kann er auf der Deponie abgelagert werden.

Ist das Material inhomogen, so sind weitere Laboranalysen notwendig. Die Anzahl richtet sich dabei nach der Menge des zu entsorgenden Abfalls. Hierzu ist die “Richtlinie für das Vorgehen bei physikalischen, chemischen und biologischen Untersuchungen im Zusammenhang mit der Verwertung/Beseitigung von Abfällen” (LAGA PN 98) maßgeblich.

Auf eine grundlegende Charakterisierung kann verzichtet werden, wenn alle notwendigen Informationen zum Auslaugverhalten und zur Zusammensetzung des Abfalls bekannt sind (z.B. asbesthaltige Abfälle, künstliche Mineralfasern).

Weitere Informationen erhalten Sie bei chemischen Labors, einschlägigen Ingenieurbüros und beim ZAV.

Allgemeine Informationen

Allgemeines

Deponiegas

Deponiegas entsteht durch die Tätigkeit von Mikroorganismen, die den organischen Anteil der Abfälle (d.h. pflanzliche und tierische Abfälle) zu verschiedenen “Endprodukten” abbauen. Dieser Abbau durchläuft verschiedene Phasen, an dem jeweils verschiedene Arten von Mikroorganismen beteiligt sind:

Kurz nach der Ablagerung und mechanischen Verdichtung des Abfalls beginnt zunächst die Phase der aeroben Zersetzung der organischen Bestandteile. In Hohlräumen der abgelagerten Abfälle ist noch genügend Luftsauerstoff vorhanden und organische Bestandteile werden von Mikroorganismen unter Verbrauch von Sauerstoff (O2) zu Kohlendioxid (CO2) und Wasser abgebaut. Nach ca. 2 Wochen -der Sauerstoff in den Hohlräumen ist inzwischen verbraucht- schließt sich eine mehrere Monate andauernde Phase der sauren Gärung an. Eine andere Gruppe von Mikroorganismen baut während dieser Phase die organischen Bestandteile unter Sauerstoffabschluss zu Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff (H2) ab.

In der dritten Phase beginnt die instabile Methangärung, d.h. durch die Abbautätigkeit sog. methanogener (methanbildender) Mikroorganismen kommt es zur Bildung von Methan (CH4) und CO2. Diese Phase geht erst nach ca. 1,5 bis 2 Jahren in die Phase der stabilen Methangärung über, in der die Zusammensetzung des Deponiegases relativ konstant bleibt (ca. 50-60% CH4 und 35-45% CO2) und das Gas deshalb energetisch genutzt werden kann. Neben den Hauptkomponenten Methan und Kohlendioxid enthält das Deponiegas noch Spurengase wie Stickstoff (N2), Sauerstoff (O2) und auch die Verbindung Schwefelwasserstoff (H2S), die hauptsächlich für die Geruchsbelästigungen verantwortlich ist, die von Abfalldeponien ausgehen.

Mit Beginn der Methangärung wird im Deponiekörper ein Leitungssystem verlegt. Durch Unterdruck in den Leitungen -erzeugt durch sog. Verdichtungsmotoren in der Gasstation- wird das entstandene Gas abgesaugt und kann in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) in elektrische Energie und Wärmeenergie umgewandelt werden. Bei Störungen oder Überschuss an Gas wird es in einer Deponiegasfackel verbrannt.

Der Heizwert, also der Energiegehalt des Deponiegases, hängt von seinem Methangehalt ab und liegt im Durchschnitt bei ca. 20 MJ/m3 (Mega-Joule pro Kubikmeter Gas). Verglichen mit anderen Brennstoffen besitzt 1 m3 Deponiegas ungefähr den gleichen Heizwert wie ½ Liter Heizöl (vgl. Tabelle).

Mittlerer Heizwert von einigen Brennstoffen

Gasförmige Brennstoffe MJ/m³ Feste und flüssige Brennstoffe MJ/kg
Propan 93 Benzin 43
Methan (rein) 36 Heizöl 41
Erdgas 35 Steinkohle 32
Deponiegas 20 Braunkohle 15
Stadtgas 16 Holz 15

Deponieüberwachung

Die Deponie und ihre Anlagen unterliegen einer ständigen Überwachung. Dies führt von täglichen Kontrollgängen, bei denen der Zustand der einzelnen Betriebseinrichtungen protokolliert wird, bis zur EDV-gestützten Überwachung wichtiger Anlagen.

Über elektronische Messeinrichtungen werden z.B. in der Gasstation Menge, Temperatur, Zusammensetzung des Deponiegases, Gasdruck und Betriebszustände einzelner Anlagenteile überwacht. Genauso wird gemessen, wie viel Gas zum BHKW bzw. zur Gasfackel geleitet wird, wie viel elektrische Energie das BHKW erzeugt oder wie hoch die Verbrennungstemperatur der Fackel ist. Ebenso gemessen werden die Sickerwassermengen, die in die Sickerwasserspeicherbecken oder direkt in die öffentliche Kanalisation abgegeben werden. Daneben wird auf der Deponie eine Wetterstation betrieben, in der Temperatur, Windrichtung, Windgeschwindigkeit, relative Luftfeuchtigkeit, Niederschläge und weitere Parameter gemessen werden.

Alle genannten Parameter werden im Abstand von 18 sec gemessen und die angefallenen Messdaten werden auf einem Computer gespeichert. Nach Ablauf einer halben Stunde wird aus diesen Werten ein Halbstundenmittelwert errechnet, der dauerhaft gespeichert und später ausgewertet wird.

Diese Eigenüberwachungen werden ergänzt durch zahlreiche, ebenfalls gesetzlich vorgeschriebene Fremdüberwachungen wie Spülen und Kamerabefahrung der Sickerwasserleitungen, Abgasmessung der Deponiefackel, Gasanalysen, Messungen zum Gasaustritt an der Deponieoberfläche, Vermessung des Deponiekörpers, um nur einige der regelmäßigen Untersuchungen zu nennen.

Sickerwasser

Sickerwasser entsteht durch Niederschlagswasser, das durch den Müllkörper sickert und dabei mit Schadstoffen angereichert wird, die in den abgelagerten Abfällen vorhanden sind oder auch erst im Müllkörper durch chemische Reaktionen, z.T. unter Mitwirkung des Wassers, entstehen. Zum Schutz des Grundwassers vor dem schadstoffbelasteten Sickerwasser werden an eine geordnete Deponie zahlreiche Anforderungen gestellt, was den Standort der Deponie, ihre Abdichtung und die Sammlung und Abführung des Sickerwassers betrifft.

Moderne Deponien stehen an geologisch geeigneten Standorten (natürlich vorhandene, wasserundurchlässige Schichten) und die Abdichtung der Deponiebasis wird durch zusätzlich aufgetragene mineralische Schichten und Kunststofffolien verstärkt. Das entstehende Sickerwasser wird durch ein Leitungssystem auf der Deponiebasis gesammelt, kontrolliert abgeführt und bei hoher Schadstoffbelastung vor der Einleitung in die öffentliche Abwasserkanalisation gereinigt. Daneben wird die Entstehung von schädlichem Sickerwasser so weit wie möglich eingeschränkt, indem bereits verfüllte Abschnitte der Deponie mit einer Oberflächenabdeckung abgedichtet werden, so dass die Niederschläge auf diese Flächen als sauberes Oberflächenwasser abgeführt werden können.

Schadstoffe im Sickerwasser

In ¼-jährlichem Rhythmus wird das Sickerwasser auf seinen Gehalt an Schadstoffen untersucht. Das Untersuchungsprogramm richtet sich dabei nach gesetzlichen Vorschriften. Als Maß für die Schadstoffbelastung werden dabei zunächst sog. Summenparameter und Leitparameter herangezogen, die eine Aussage über die Gesamtbelastung des Wassers erlauben (z.B. BSB, CSB). Daneben wird das Sickerwasser zusätzlich auf die Belastung mit bestimmten Einzelstoffen untersucht (vgl. Tabelle).

Zeigen sich auffällige Schadstoffwerte oder Überschreitungen der gesetzlich vorgeschriebenen Grenz- werte, so werden bei Bedarf monatliche Analysen auf bestimmte Schadstoffe durchgeführt.

Neben dem Sickerwasser werden regelmäßig die in der Umgebung der Deponie gelegenen Oberflächengewässer und Grundwasserpegel untersucht um sicher zu stellen, dass es zu keinen Sickerwasseraustritten ins Grundwasser oder in benachbarte Gewässer kommt.

Untersuchungsprogramm für Sickerwasser

Parameter Erläuterung
PH-Wert Ein Maß für den sauren oder basischen Charakter einer wässrigen Lösung
Temperatur
Leitfähigkeit
Sauerstoff
Farbe, visuell
Geruch
Durchfluss (l/sec)
AOX Summe adsorbierbarer organischer Halogenverbindungen
CSB Chemischer Sauerstoffbedarf
BSB5 Biochemischer Sauerstoffbedarf
Gesamt-N Gesamt-Stickstoff
Hg Quecksilber
Cd Cadmium
Ni Nickel
Pb Blei
Cu Kupfer
Zn Zink
CrGesamt Chrom
CrVI Chromat
Sulfid
KW (Mineralöl) Kohlenwasserstoffe
As Arsen

Wertstoffe

Wertstoffe müssen seit 1991 getrennt angeliefert und in Container gefüllt werden, die dann zu verschiedenen Verwertungsbetrieben verbracht werden.

Getrennt gesammelte Wertstoffe.

Wertstoffe Verwertung
Papier, Pappe, Kartonagen Stoffliche Verwertung
Kunststoffe Energetische Verwertung
Hohlglas DSD
Flachglas Stoffliche Verwertung
Metalle Stoffliche Verwertung
Holz Energetische Verwertung
Textilien Energetische Verwertung
Elektro- und Elektronikgeräte Stoffliche Verwertung
holzige Baum-, Strauch- und Staudenabfälle (häckselbar) Energetische Verwertung
Garten- und Parkabfälle Kompostierung
Bioabfälle Kompostierung

Daneben wird sowohl auf der Restedeponie in Dußlingen wie auch auf der Deponie Reutlingen-Schinderteich je eine Sammelstelle für Problemstoffe aus Haushaltungen (Anlieferung kostenlos) betrieben. Auf der Deponie Reutlingen-Schinderteich gibt es zusätzlich eine Annahmestelle für verunreinigtes Altöl und Öl/Benzingemische (Anlieferung kostenpflichtig).

Restedeponie Dußlingen-Rahnsbachtal

Im Steinig 61

72144 Dußlingen

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 07.00 bis 16:45, Samstag 08.00 bis 11:45

Anfahrt / Routenplaner

Gesamtfläche: 13 Hektar, Gesamtkapazität: 1,5 Mio m³

Restkapazität AIII: ca. 344.433 m³ (Ende 2014)

Einbauabschnitte: Abschnitt I + II verfüllt, Abschnitt III wird derzeit verfüllt

Die Deponie Dußlingen-Rahnsbachtal wurde im April 1985 als sog. “Restedeponie” in Betrieb genommen, um die nicht verwertbaren Stoffe aus dem Wertstoff- und Humuswerk Dußlingen (WHW) abzulagern. Mit der Stilllegung des WHW Ende des Jahres 1991 wurde auch die Restedeponie vorübergehend außer Betrieb genommen. Nach dem Einführen getrennter Sammelsysteme für Abfälle (DSD, Biotonne) wurde auf der Restedeponie seit dem Jahre 1993 wieder Restmüll aus dem Landkreis Tübingen und seit 1997 auch aus dem Landkreis Reutlingen abgelagert. Ab Juni 2000 wurde die Ablagerung von Abfällen vorübergehend eingestellt und sämtliche Abfälle aus dem Gebiet des ZAV wurden bis Ende Mai 2005 auf der Deponie Reutlingen-Schinderteich abgelagert. Am 01.06.2005 wurde die Deponie Dußlingen wegen der Stilllegung der Deponie Reutlingen wieder in Betrieb genommen.

Deponiegas

Das von der Restedeponie Dußlingen-Rahnsbachtal abgesaugte Gas wird seit 1998 in einem eigenen Blockheizkraftwerk auf dem Deponiegelände verwertet. Mit dem erzeugten elektrischen Strom werden die Betriebsanlagen und das Verwaltungsgebäude des ZAV mit Strom versorgt, der Überschuss wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Mit einem Teil der ebenfalls anfallenden Wärmeenergie werden die Betriebsanlagen der Restedeponie und das Verwaltungsgebäudes beheizt.

In der Nähe der Gasstation wird eine Deponiegasfackel betrieben, in der überschüssiges Gas verbrannt wird, das bei Betriebsstörungen oder bei ungleichmäßiger Gasproduktion anfällt. In der Gasfackel wird das Deponiegas bei einer Temperatur von knapp 1.200 °C verbrannt. Diese hohen Temperaturen sind notwendig, um das Entstehen von schädlichen Verbindungen (z.B. Dioxine) beim Verbrennungsprozess zu verhindern.

Gasproduktion und Verwertung (2014)

Gesamtgasmenge 1.165 m³/Tag
Gasmenge BHKW 1.164 m³/Tag
Gasmenge Fackel 1,7 m³/Tag
Erzeugte elektr. Energie 1.214 KW/Tag
Verwertungsquote 99,85 %

Sickerwasser

Die Abschnitte I und II der Restedeponie Dußlingen-Rahnsbachtal sind mit einer mineralischen Basisabdichtung versehen, die Basis von Abschnitt III ist mit einer Kombinationsabdichtung, d.h. zusätzlich mit einer Kunststofffolie abgedichtet. Seit Ende 1999 ist die Hälfte der Fläche von Abschnitt III mit einer temporären Oberflächenabdeckung versehen, um die Sickerwassermenge zu reduzieren. Das Sickerwasser wird durch ein ausgedehntes Leitungssystem gesammelt und bislang direkt zur Kläranlage abgeführt. Seit Mitte 2002 ist eine Sickerwasserreinigungsanlage in Betrieb, in der bestimmte Schadstoffe vor dem Einleiten des Sickerwassers in die öffentliche Kläranlage stark reduziert werden.

Sickerwassermengen:

Die Sickerwassermenge ist abhängig von der Höhe des Niederschlages und der Größe der offenen Flächen des Deponiekörpers.

Sie betrug 2014 insgesamt 20.890 m³.

Zukünftige Entwicklung

Am 01.06.2005 begann ein neues Zeitalter in der Abfallentsorgung. Ab diesem Zeitpunkt unterliegen Abfälle, die auf Deponien abgelagert werden dürfen, weitaus strengeren Kriterien als vorher, u.a. darf der Anteil an organischem Material nur noch sehr gering sein. Dies bedeutet für die meisten Abfälle, vor allem für den Hausmüll, dass sie nicht mehr direkt auf einer Deponie abgelagert werden können, da die geforderten Eigenschaften nur durch eine Verbrennung oder durch eine mechanisch-biologische Vorbehandlung erreicht werden können. Da der ZAV Reutlingen/Tübingen keine solche Anlage besitzt und auch keine plant, wird der Abfall aus dem Gebiet des ZAV ab 01.06.2005 zu entsprechenden Anlagen außerhalb der Landkreise Reutlingen/Tübingen verbracht. Hierzu wurde ein Vertrag mit der Firma T-Plus, einer Tochtergesellschaft der EnBW, abgeschlossen.

Auf der Deponie Dußlingen werden seit 01.06.2005 nur noch sog. inerte Abfälle abgelagert, d.h. Abfälle, die nach ihrer Deponierung keinen oder nur noch sehr geringen chemischen Reaktionen unterliegen.

Rekultivierung und Nachsorge:

Nach dem Einstellen der Abfallanlieferungen wird die Deponieoberfläche mit einer Oberflächenabdichtung versehen und bepflanzt werden. Gleichzeitig werden nicht mehr benötigte Anlagen und Einrichtungen rückgebaut werden.

Die Nachsorge und Überwachung der Deponie wird nach heutigem Stand mindestens über einen Zeitraum von 20-30 Jahren notwendig sein. Der Abbau der organischen Bestandteile des Abfalls wird nach ca. 10 Jahren so weit fortgeschritten sein, dass eine Nutzung des Deponiegases zur Energiegewinnung nicht mehr wirtschaftlich sein wird. Erst mit Ablauf von weiteren 10 Jahren werden vermutlich keine nennenswerten Mengen an Deponiegas mehr produziert werden Wie lange durch den Auslaugungsprozess des Niederschlagswassers mit Schadstoffen belastetes Sickerwasser anfällt, kann heute noch nicht abgeschätzt werden.

Deponie Reutlingen-Schinderteich

Verbindungsstraße zwischen Reutlingen und Gönningen

72762 Reutlingen

Öffnungszeiten Wertstoffhof :

Montag bis Freitag 07:00 – 16:45, Samstag 08:00 – 11:45

Anfahrt / Routenplaner

Gesamtfläche: 25 Hektar; Gesamtkapazität: 4,2 Mio m³

Altteil: 3 Mio m³ (verfüllt), Neuteil: 1,2 Mio m³

Die Deponie Reutlingen- Schinderteich wurde 1958 von der Stadt Reutlingen in Betrieb genommen und diente zunächst als Abfalldeponie für die Stadt Reutlingen. Nach der Übernahme durch den Landkreis Reutlingen wurde das Einzugsgebiet auf solche Gemeinden im Landkreis erweitert, denen keine andere Deponie zur Verfügung stand. Seit der Übernahme durch den ZAV im Jahre 1985 und der Schließung sämtlicher anderer Abfalldeponien bis 1987, ist sie die einzige Abfalldeponie im Landkreis Reutlingen.

Von Juni 2000 bis Ende Mai 2005 wurde hier der Abfall aus den beiden Landkreisen Reutlingen und Tübingen deponiert. Der Deponiebetrieb wurde am 31.05.2005 eingestellt, da die Deponie stillgelegt werden soll. Der Wertstoffhof für Kleinanlieferungen bleibt jedoch weiterhin erhalten.

Deponiegas

Das von der Deponie Schinderteich abgesaugte Gas wird zum Großteil an die Stadtwerke Reutlingen abgegeben, die seit 1997 zwei Blockheizkraftwerke zur Erzeugung von elektrischer Energie auf dem Deponiegelände betreiben. Die durch die Verwertung des im Deponiegas enthaltenen Methans erzeugte elektrische Energie wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Mit einem Teil der ebenfalls anfallenden Wärmeenergie werden die Betriebsanlagen der Deponie Schinderteich beheizt.

In der Nähe der Gasstation wird eine Deponiegasfackel betrieben, die jedoch nur bei Betriebsstörungen zum Einsatz kommt. In der Gasfackel wird das Deponiegas bei einer Temperatur von knapp 1.200 °C verbrannt. Diese hohen Temperaturen sind notwendig, um das Entstehen von schädlichen Verbindungen (z.B. Dioxine) beim Verbrennungsprozess zu verhindern.

Gasproduktion und Verwertung (2014)

Gesamtgasmenge 3.636 m³/Tag
Gasmenge BHKW 3.596 m³/Tag
Gasmenge Fackel 40 m³/Tag
Erzeugte elektr. Energie 5.290 KW/Tag
Verwertungsquote 98,90 %

Sickerwasser

Der Neuteil der Deponie Schinderteich wurde in den Jahren 1989 /90 angelegt. Die Basis dieses Teils der Deponie ist in weiten Bereichen mit einer Kombinationsabdichtung, d.h. mit zusätzlichen mineralischen Schichten und mit einer Kunststofffolie abgedichtet. Das Sickerwasser wird durch ein ausgedehntes Leitungssystem gesammelt und zur Kläranlage abgeführt. Im Zuge dieser Baumaßnahme wurde auch der Altteil der Deponie saniert und mit Sickerwasserableitungen versehen. Im Zuge der Verfüllung wird im Neuteil eine temporäre mineralische Oberflächenabdeckung aufgebracht, um die Sickerwassermenge zu reduzieren. Seit 1999 kann das Sickerwasser bei starken Niederschlägen in zwei Speicherbecken gesammelt werden, um zu verhindern, dass es über Regenüberlaufbecken in Fließgewässer gelangt.

Sickerwassermengen:

Die Sickerwassermenge ist abhängig von der Höhe des Niederschlages und der Größe der offenen Flächen des Deponiekörpers.

Sie betrug 2014 insgesamt 98.128 m³.

Zukünftige Entwicklung

Am 01.06.2005 begann ein neues Zeitalter in der Abfallentsorgung. Ab diesem Zeitpunkt unterliegen Abfälle, die auf Deponien abgelagert werden dürfen, weitaus strengeren Kriterien als vorher, u.a. darf der Anteil an organischem Material nur noch sehr gering sein. Dies bedeutet für die meisten Abfälle, vor allem für den Hausmüll, dass sie nicht mehr direkt auf einer Deponie abgelagert werden können, da die geforderten Eigenschaften nur durch eine Verbrennung oder durch eine mechanisch-biologische Vorbehandlung erreicht werden können. Da der ZAV Reutlingen/Tübingen keine solche Anlage besitzt und auch keine plant, wird der Abfall aus dem Gebiet des ZAV ab 01.06.2005 zu entsprechenden Anlagen außerhalb der Landkreise Reutlingen/Tübingen verbracht. Hierzu wurde ein Vertrag mit der Firma T-Plus, einer Tochtergesellschaft der EnBW, abgeschlossen.

Die Ablagerung von Abfällen auf der Deponie Reutlingen wurde am 31.05.05 eingestellt und die Deponie wird stillgelegt.

Rekultivierung und Nachsorge:

Nach dem Abklingen der Setzungen wird die Deponieoberfläche mit einer Oberflächenabdichtung versehen und bepflanzt werden. Gleichzeitig werden nicht mehr benötigte Anlagen und Einrichtungen rückgebaut werden.

Die Nachsorge und Überwachung der Deponie wird nach heutigem Stand mindestens über einen Zeitraum von 20-30 Jahren notwendig sein. Der Abbau der organischen Bestandteile des Abfalls wird nach ca. 10 Jahren so weit fortgeschritten sein, dass eine Nutzung des Deponiegases zur Energiegewinnung nicht mehr wirtschaftlich sein wird. Erst mit Ablauf von weiteren 10 Jahren werden vermutlich keine nennenswerten Mengen an Deponiegas mehr produziert werden. Wie lange durch den Auslaugungsprozess des Niederschlagswassers mit Schadstoffen belastetes Sickerwasser anfällt, kann heute noch nicht abgeschätzt werden.